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Der richtige Transport von Reptilien zum Tierarzt

Egal ob Routineuntersuchung, zur Gesundheitskontrolle oder akuter Krankheitsfall, wenn Sie Ihre Reptilien in der Tierarztpraxis vorstellen möchten, stellt sich zuerst die Frage: Wie kann ich mein Tier sicher und möglichst stressfrei transportieren?

Ein Besuch in der Tierarztpraxis und der Weg dorthin ist für das Tier immer mit einem gewissen Stress verbunden. Dies sollte aber kein Grund sein, den Besuch bei einem reptilienkundigen Tierarzt mit ihren Lieblingen zu meiden!
Um Stress so gering wie möglich und damit auch für das Tier in einem akzeptablen und somit unschädlichen Rahmen zu halten, ist der richtige Transport sowie der richtige Umgang mit dem Tier in der Tierarztpraxis unerlässlich.

Hierzu gilt es einige Punkte zu beachten:

  • Vermeidung von Stress durch ausbruchsichere und sichtgeschützte Transportbehältnisse, um Reize durch die Außenwelt fernzuhalten
  • Schutz vor Unterkühlung – Reptilien sind als wechselwarme Tiere von ihrer Umgebungstemperatur abhängig, um ihre Körpertemperatur und ihren Stoffwechsel aufrechterhalten und steuern zu können
  • Schutz vor Zugluft – durch Zugluft besteht für die Tiere Gefahr an Lungenentzündungen zu erkranken

Beachten Sie bitte: gerade durch eine Erkrankung bereits geschwächte Tiere reagieren sehr empfindlich auf oben genannte Faktoren, da diese zu einer zusätzlichen Schwächung des Immunsystems beitragen.


So transportieren sie richtig:

1. Tier in ein sicheres Behältnis setzen:

  • Für Schlangen eignet sich ein doppelt zugeknoteter, auf links gedrehter (Nähte nach außen) Stoffbeutel sehr gut als Transportbehältnis, da das Innere des Beutels eine dunkle enge Höhle simuliert und somit die Sicherheit eines Versteckes bietet.
  • Echsen und Schildkröten sollten in einer stabilen Box mit Luftlöchern transportiert werden (z.B. eine Faunabox). Die Box sollte so groß bemessen sein, dass das Tier bequem darin Platz hat, aber so klein, dass kein großer Bewegungsradius möglich ist. Als Unterlage können z.B. mehrere Lagen Küchenrolle verwendet werden, damit der Boden rutschsicher ist und Kot/Urin aufgenommen werden.
  • Für Chamäleons sollte ein Kletterast mit in die Transportbox gegeben werden, damit sie sich festhalten können. Wenn keine Möglichkeit zum Greifen gegeben ist, löst dies Stress aus. Der Ast muss so fest angebracht werden, dass keine Gefahr des Umfallens besteht - Verletzungsgefahr für das Tier!

Durchsichtige Boxen können durch Abkleben der Wände oder eines Teiles der Wände (mind. 50%) blickdicht gemacht werden
Beim Transport mehrerer Tiere bitte jedes Tier einzeln in einem separaten Transportbehältnis verpacken

2. Kälteschutz/Isolation:
Das Transportbehältnis sollte dann zur Gewährleistung der optimalen Transporttemperatur in eine Styroporbox mit geschlossenem Deckel gesetzt werden. Diese sollte in etwa die doppelte Größe der eigentlichen Transportbox haben. Beim Transport mehrerer Tiere können mehrere Transportbehältnisse zusammen in einer Styroporbox verpackt werden.
Gerade bei kalten Außentemperaturen ist es wichtig die Tiere warm in die Tierarztpraxis zu transportieren. Zum Wärmen kann dann z.B. eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein Taschenwärmer in die Styroporbox gelegt werden (bitte auch an den Rückweg denken!). Die Wärmespender sollten keinen direkten Kontakt zum Tier haben, um die Gefahr von Verbrennungen oder Überhitzung zu vermeiden. Die Styroporbox braucht keine Luftlöcher, die Luft in der Box reicht für den Transport gut aus.
Um die Temperatur in der Box zu kontrollieren (Vermeidung von zu starker Abkühlung oder gar Überhitzung!) kann ein Thermometer mit Fernfühler genutzt werden. Grundsätzlich richtet sich die Transporttemperatur nach der POTZ (= Preferred Optimal Temperature Zone) der jeweiligen Reptilienspezies. Für die meisten Arten ist eine Temperatur von ca. 25-30°C allerdings gut geeignet.




Beim Tierarzt angekommen:
Die Tiere bitte nicht im Wartezimmer aus ihren Transportbehältnissen holen oder gar über den Boden laufen lassen. Dies bedeutet zusätzlichen Stress, sowie Gefahr des Auskühlens und Infektionsgefahr durch Krankheitserreger am Boden.

Im Behandlungsraum erfolgt in den meisten Fällen zuerst ein eingehendes, länger dauerndes Anamnesegespräch. Während dieser Zeit verbleibt das Tier (in den meisten Fällen) ebenfalls noch im Transportbehältnis. Lassen Sie bitte den/die Tierarzt/-ärztin entscheiden, wann das Tier zur Untersuchung herausgenommen wird.
Der/die Tierarzt/ärztin wird die klinische Untersuchung so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig gestalten, um unnötigen Stress für das Tier durch Handling zu vermeiden. Dies ist vor allem bei sehr stressempfindlichen Reptilienarten (z.B. Chamäleons) unerlässlich.

So bitte nicht:

  • Reptilien ohne „Umverpackung“ frei in der Hand, unter der Jacke, in einem Handtuch
  • Reptilien in Katzentransportkörben, Einkaufskörben o.ä. ohne Kälteschutz
  • Reptilien ohne Transportbox frei in der Styroporbox (direkter Kontakt zur Wärmequelle, Beschädigung des Styropor durch Krallen und Gefahr der Fremdkörperaufnahme)

Gern stehen wir Ihnen für all Ihre individuellen Fragen zur Gesunderhaltung, Krankheitsvorsorge, Neukauf, Ankaufsuntersuchungen oder weiteren Zusatz- und Laboruntersuchungen zur Verfügung.

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